[Beyond the Wall] Feenhandel (GRT 2021) – Spielbericht

Wo geleitet: GRT 2021, Samstagnachmittag, 27. März 2021
System: Beyond the Wall
Abenteuer: „Feenhandel“ aus dem Grundregelwerk
Autor:in: Daniel Neugebauer
Dauer: 1h Charakterbau + 3h Spiel

SC:
Joshi, der Waldläufer
Jannik, der Dorfheld
Jay, der Magiedilettant
Jaqueline, die Hexenschülerin

Das idyllische Dörfchen Bromberg ist bekannt für seine leckeren Brombeeren und vor allem den daraus hergestellten köstlichen Brombeerlikör. Ambrose, der Wirt der Taverne zum gelben Hirsch, ist daher ein wichtiger Mann, und selbstverständlich folgt die Dorfjugend seinem Ruf, als er sie um Hilfe bei einem verzwackten Problem bittet. Sein Knecht Derwyn hat sich nach einem Streit im Keller eingeschlossen und kommt nicht mehr hervor. Das soll er jedoch – schließlich gibt es noch viel zu tun und auch das Bier muss noch gebraut werden. Ob wohl Joshi, Jannik, Jay und Jaqueline mal mit ihm reden und ihn zur Vernunft bringen könnten?

Hundsgemeine Himbeerbauern!

Selbstverständlich wird noch ein kleiner Brombeerschnaps zur Stärkung getrunken, ehe es losgeht. Auch der alte Cedric, Ambroses Vater, gönnt sich ein Schlückchen, ehe er unseren vier Held:innen noch guten Rat mit auf den Weg gibt. Er vermutet nämlich, dass Derwyn, der Dummkopf, eine große Dummheit beging und einen Handel auf dem Goblinmarkt abgeschlossen hat. So viel Glück, wie der in letzter Zeit hatte, ist ja auch nicht normal! So vorgewarnt begeben sich die vier zum Keller der Taverne, deren Tür vermittels eines Dolches schnell aufgebrochen ist. Der Keller entpuppt sich als leer und auch eine Kostprobe des leckeren Schinkens, der hier gelagert wird, fördert zunächst keine neuen Erkenntnisse zutage. Dann jedoch entdeckt die Gruppe ein Loch hinter den Bierfässern und – Schreck lass nach! – auch, dass ein Fass des guten Brombeerschnapses gemopst wurde! Für Jannik ist die Sache klar – hier sind Diebe aus dem Nachbardorf am Werk gewesen! Hundsgemeine Himbeerbauern, die jetzt heimlich doch vom guten Brombeerlikör naschen wollen!

Wütend will Jannik durch das Loch den Dieben hinterher – als eine gewaltige Ratte herauskommt und sich auf ihn stürzt. Mit knapper Not kann er ausweichen. Ein Kampf entbrennt, als zwei weitere Ratten aus dem Loch kriechen. Glücklicherweise hat Joshi die gute Idee, die Viecher mit Schinken abzulenken, sodass es für Jannik ein Leichtes ist, gleich zwei von ihnen auf sein Schwert zu spießen. Die letzte Ratte bekommt schließlich einen Dolch zu schmecken.

Etwas vorsichtiger kriechen die vier nun durch das Loch in einen dunklen, feuchten Gang, der sich nach einigen Metern in einen unterirdischen Tunnel weitet. Die Fußspuren von Derwyn und seinen kleinen Entführern zeigen den Weg hinunter in die Tiefe. An einer Abzweigung wollen Jay und Joshi neugierig sehen, was das für ein Wasser ist, dass sie unten rauschen hören. Nach einer gefährlichen Kletteraktion, die sich gerade Jay gar nicht zugetraut hätte, kommen sie ans Ufer eines unterirdischen Flusses. Sie finden eine sehr alte Leiche, neben der ein hübscher Dolch und ein in Öltuch eingeschlagenes Pergament liegen. Jay verliebt sich sogleich in den Dolch, der so eine freundliche Ausstrahlung hat. Auch das Pergament nehmen sie mit, um es später zu entziffern – Jay hofft, dort Hinweise auf Rudibert, den legendären Gründer des Dorfes Bromberg, zu finden.

Schnapsdiebe!

Ihre beiden Freund:innen Jannik und Jaqueline unterdessen können das Tapsen kleiner Füße im Hauptgang hören. Da Jay allerdings magisches Licht spendet, müssen sie auf seine Rückkehr warten, wollen sie nicht im Dunkeln tappen. Als Jay und Joshi endlich zurückgekehrt sind, heißt es, den Schnapsdieben schnell zu folgen. Im Gang treffen sie tatsächlich auf zwei kleine Goblins, die ein schönes Fass Brombeerschnaps vor sich herrollen. Außer sich vor Zorn haut Jannik einen von ihnen mit seinem Schwert in zwei Hälften, woraufhin der andere seinen kleinen Dolch von sich wirft und sehr kooperativ ist. Der Goblin stellt sich als frisch beförderter Fassroller vor, kann allerdings zur Entführung des Knechtes nicht viel sagen. Da müssten sie schon seinen Chef, den Oberfasser fragen. Er erklärt sich bereit, die vier „Langen“ zum Chef zu bringen.

Der Weg führt die Gruppe durch eine Höhle mit leuchtenden Pilzen und einen von neugierigen Wurzeln überwucherten Dang, vorbei an einem Rattennest bis zum Oberfasser (der gerade ein geklautes Fass aus dem Tunnel rollen will). Zur Rede gestellt erläutert der Oberfasser, dass Derwyn zum Feenfürsten, dem fee-igsten von allen Fürsten, gebracht wurde, um dort eine Schuld abzuarbeiten. Jannik erklärt ihm, mit dem mitgenommenen halbierten Goblin furchtelnd, dass die Zeit des Schnapsklaus nun vorbei sei. Er schlägt vor, lieber brav mit dem Wirt Handel zu treiben. Tatsächlich scheint der Goblin nicht abgeneigt. Zur Versöhnung schickt er sich an, das geklaute Fässchen zurückzubringen. Den halben Goblin soll Jannik vor die Höhle ablegen. Um den kümmert sich dann der Hälftenholer. Die Ruhe am Ende dieses Wegabschnittes nutzt Jay noch, um sich die vorhin gefundene Schriftrolle näher anzuschauen. Tatsächlich sind einige Runen zu entziffern – und sie deuten darauf hin, dass es sich hier um eine von Rudibert persönlich geschriebene Chronik handeln könnte! Jay ist ganz aufgeregt, die Schrift zuhause über einigen Runentabellen ganz entziffern zu können!

Kurz darauf weht den Jugendlichen endlich wieder frische Luft um die Nasen, als sie den Tunnel verlassen. Im Sonnenschein liegt eine ihnen unbekannte Landschaft vor ihnen. Ein goldener Weg führt durch einen Wald hin zu einem prächtigen Schloss in der Ferne. Sie gehen los und kommen an einer am Wegesrand liegenden Hexenhütte vorbei. Mischa, die Hexe, häutet dort gerade fachkundig ein Kaninchen. Zu Joshi, der auch gern Kaninchen häutet, und Jaqueline, deren Lehrmeisterin ihr bekannt ist, hat die Hexe gleich einen guten Draht. Gegen das Versprechen, ihr bei Gelegenheit einen guten Brombeerschnaps vorbeizubringen und natürlich unter dem Gebot strengster Verschwiegenheit (für diese sind die Bromberger aber ohnehin bekannt) verrät sie der Gruppe, dass der Fürst mächtig ist, aber sie im Wald Hilfe finden können: Entweder beim starken Oger … oder bei der verdammten Nypmhe, die noch ein persönliches Hühnchen mit dem Fürsten zu rupfen habe.

Die Gruppe dankt der Hexe und entscheidet, bei der Nymphe vorbeizuschauen. Auch mit Herzschmerz, Betrug und Dreiecksbeziehungen kennen sich die Bromberger nämlich bestens aus.

Bevor sie zum Nymphenpfuhl gelangen, finden sie ein Reh, das sich in einem Dornenbusch verfangen hat. Joshi kennt dieses Reh – es ist Philomena, das freundliche Reh, mit dem er als Kind so oft gespielt hatte. Es gelingt ihm jedoch nicht, sie aus dem Busch zu befreien, obwohl er keine Mühen scheut und sich einige tiefe Kratzer holt. Dass Philomena vor Angst sehr unruhig ist, erschwert die Rettung ungemein. Jaqueline, die gut mit Tieren kann, will das Reh beruhigen, übertreibt es jedoch maßlos mit ihrem kleinen Zauber und ruft stattdessen eine ganze Herde weiterer Rehe herbei, die ihnen im Weg herumstehen und sich teils selbst noch im Gestrüpp verfangen. Jay ist es schließlich, die mit dem gefundenen freundlichen Dolch aus der Tiefe die Dornenzweige zerschneidet. Der Dolch scheint glücklich zu lachen, als er auf diese Weise verwendet wird und verliert in einem letzten Strahlen seine besondere Aura. Die befreiten Rehe springen davon. Philomena bedeutet ihrem alten Freund Joshi jedoch, ihr zu folgen und führt die Gruppe zu einer kleinen Lichtung mit ganz besonderen Brombeerbüschen. Danach springt auch sie davon. Die Brombeeren entpuppen als als äußerst schmackhaft und heilsam. Alle stopfen sich die Taschen voll, nehmen noch ein paar Ableger für zuhause mit und kehren zurück auf den Pfad zum Pfuhl.

Der Nymphenpfuhl ist eine übelriechende und algenüberwucherte Kloake. Auf einen Ruf hin erscheint die sichtlich mitgenommene Nymphe. Der Fürst habe ihr das Herz gebrochen und sie dann auch noch hierher verbannt – nur, weil er plötzlich eine andere gefunden habe! Die vier jungen Leute bieten ihr an, doch lieber in den schönen See bei Bromberg zu ziehen. Doch die Nymphe ist magisch an diesen Pfuhl gebunden. Eine Phiole mit dem Blut des Fürsten ist notwendig, um einen Zauber zu wirken, der sie befreit. Sie würde dafür etwas sehr Wertvolles eintauschen – den wahren Namen des Fürsten! Die Gruppe geht auf den Handel ein, der sich wie ein Band um die Brust zu schlingen scheint und erfahren den Namen des Feenfürsten – Tarathiel!

So gewappnet verlassen sie auf goldenem Pfade den Wald und gelangen an die Tore der Stadt, die das Schloss des Feenfürsten Tharatiel umgibt. Dort streifen sie über den Goblinmarkt. Das bunte Treiben zahlreicher Kreaturen lärmt, fremdartige Düfte erfüllen die Luft. Joshi und Jay haben Interesse an ein paar Elfenaugen, nehmen aber Abstand vom Kauf, als sie erfahren, dass sie dafür einen ihrer Finger eintauschen müssen. Weiter geht es also zum fürstlichen Schloss, wo zwei Torwächter zwei große Eingangstore bewachen. Die Gruppe entscheidet sich für einen etwas dümmlich in der Nase bohrenden Oger. Der Oger verlangt von ihnen, dass sie ihm ein Rätsel stellen, dass er noch nicht kennt. Auf olle Kamellen wie „Was habe ich in meiner Tasche“ und „Was hat morgens vier Beine …“ hat er keine Lust mehr. Joshi hat schließlich die rettende Idee „Ein roter Ball geht in den Wald, ein grüner Ball geht ins Wasser – wohin geht der blaue Ball?“ Der Oger weiß darauf keine Antwort und lässt die vier Menschen passieren.

Im prächtigen Schloss werden sie vor den Feenfürsten geführt, der etwas gelangweilt in seinem Thron sitzt, während vor ihm der hypnotisiert wirkende Derwyn mit einem Schwämmchen die Stufen schrubbt. Auf freundliche Angebote, Derwyn und eine Phiole voll Blut herauszurücken, geht der Fürst nicht ein. Jannik droht im an, dass sie auf dem Markt ganz schon Tara(-thiel) machen müssten, wenn er nicht klein beigebe. Der Fürst stutzt – und wird käsebleich. Das hat ihnen doch nur die untreue, verräterische kleine Nymphe verraten können! Nun ist er bereit, Derwyn und die Phiole herauszugeben.

ICH HABS GELÖST!

erleichterter Tor-Oger

Derwyn ist sehr dankbar, gerettet worden zu sein. Am Schlosstor kommen sie am weinenden Toroger vorbei („Ach lasst mich mit dem Ball in Ruhe, der geht mir auf die Nerven … geht … Wohin geht der Ball? MIR AUF DIE NERVEN! ICH HABS GELÖST!“) Auf dem Rückweg gibt die Gruppe wie verabredet der hilfreichen Nymphe das Blut. Unter Geblubber verabschiedet sie sich, um unterirdisch zum Dorf Bromberg zu schwimmen. Der Pfuhl, vom Fluch des Fürsten befreit, klärt auf.

Im Dorf Bromberg spendiert schließlich der erfreute Wirt Ambrose allen eine schöne Runde Brombeerschnaps. Nun hat das Dorf also glücklich nicht nur seinen Tavernenknecht zurückerlangt, sondern auch die Freundschaft einer schönen Nymphe, die Dienste eines kräftigen kleinen Goblinfassers und eine Chronik Rudiberts des Dorfgründers gewonnen. Und sicher wird es nicht das letzte Abenteuer sein, dass die vier jungen Leute bestehen werden!


SL-Kommentar

Hach, war wie immer schön. Ich hab diesmal mein Roll20 etwas aufgebürstet und Zauber sowie ein paar Regeln gleich dort hinterlegt, außerdem die Bilder der NSC als Handouts. Hat alles gut funktioniert, bin sehr angetan. Muss fürs nächste Mal nur mal nen kurzen Einführungstext in Stichworten erarbeiten zur Vorstellung des Spiels und der Regeln. Liegt mir nicht so, und läuft immer etwas schleppend. Zum Glück waren das aber alle recht erfahrene Spieler, die zum Teil BtW auch schon kannten, also alles ganz entspannt.

Die Erstellung dieses Dorfs war recht witzig. Drei von vier Personen würfelten, dass sie ganz toll Geheimnisse wahren konnten. Und dann ist mehreren das Herz gebrochen worden, und eine sollte in die Müllersfamilie einheiraten. Und dann gab es noch das freundliche Reh und diese Idee mit den Brombeeren. Ich habe mich diesmal bewusst bemüht, mehr Elemente aus dieser Dorferstellung im Spiel unterzubringen und ich denke, es hat gut funktioniert. Insbesondere das Reh hat natürlich toll gepasst, da musste ich die Zufallsbegegnung im Wald gar nicht auswürfeln, die drängte sich ja geradezu auf.

Hat zeitlich auch alles fast schon minutengenau geklappt – das Abenteuer lässt sich wirklich toll „pacen“. Die Gruppe diesmal hat etwa relativ lang am Anfang des Goblindungeons gebraucht, dafür hab ich sie dann durch die zweite Hälfte des Tunnels etwas schneller geleitet. Auch das Finale mit dem Feenfürsten ging hier recht flott, weil sie ja von der Nymphe ein recht schlagendes Argument an die Hand bekommen hatten.

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